Disorder (Unordung) ist das Thema des sechsten Prix Pictet, dem weltweit angesehensten Preis für Fotografie und Nachhaltigkeit. Soziales Chaos, politische Ausschreitungen, Klima-veränderungen – all diese Anzeichen von Unordnung finden sich im Zentrum der Werke der zwölf ausstellenden Fotografinnen und Fotografen. Einige entschieden sich für eine rein dokumentarische Darstellung des Themas, andere wiederum zogen einen abstrakten oder gar poetischen Ansatz vor.

Kofi Annan, Ehrenpräsident des Prix Pictet, sagt dazu in seinem Vorwort des Ausstellungs-katalogs: „Unsere Zeit ist von Unordnung bestimmt. Unsere Kontrolle über vielfältige Aspekte des Lebens hat uns zu der Annahme verleitet, wir hätten uns die Erde untertan gemacht. Doch mit jeder neuen Pandemie, jedem Erdbeben, jedem Tsunami und jeder Dürre zeigt sich die Anfälligkeit dieses Denkens. Mit jedem Tag, der vergeht, wird unsere Illusion von Ordnung zunichte gemacht.”

Im Anschluss an eine erste Auswahl mit über 700 Namen wurden Ilit Azoulay (Israel), Valérie Belin (Frankreich), Matthew Brandt (USA), Maxim Dondyuk (Ukraine), Alixandra Fazzina (England), Ori Gersht (Israel), John Gossage (USA), Pieter Hugo (Südafrika), Gideon Mendel (Südafrika), Sophie Ristelhueber (Frankreich), Brent Stirton (Südafrika) und Yang Yongliang (China) von einer unabhängigen Jury nominiert.

Die Gewinnerin des Prix Pictet Disorder, Valérie Belin, wurde bei der Eröffnung der Ausstellung der nominierten Werke im Musée d’Art Moderne de la Ville in Paris am 12. November 2015 geehrt.Der 2008 von der Hauptbank der Gruppe Schweizer Privatbanken Pictet & Cie gegründete Prix Pictet ist der weltweit angesehenste Preis für Fotografie und nachhaltige Entwicklung. Seine Aufgabe ist es, herausragende fotografische Werke zu finden, die gesellschafts- und umweltrelevante Botschaften von besonderer Tragweite vermitteln. Jeder Preis-Zyklus hat ein eigenes Thema. Die Themen der ersten fünf Zyklen waren Water (Preisträger: Benoît Aquin), Earth (Preisträger: Nadav Kander), Growth (Preisträger: Mitch Epstein), Power (Preisträger: Luc Delahaye) und Consumption (Preisträger: Michael Schmidt).