Bernadette Van-Huy

What Time Is It?


 


«In einem bekannten Roman steht der Wal das Nichtbeschreibbare, das Meer für das Unbestimmbare. An Land sind Künstler wie Melville damit beschäftigt, einen Eindruck dessen zu erschaffen, was unfigurierbar ist, wie das Schöne.


Die Arbeiten in «What Time Is It?» spielen mit der Maschine der Erscheinungen (machinery of appearance) – nicht nur mit den Knöpfen, der Linse und dem Fokussiermechanismus, sondern auch mit Teilen des Körpers selbst, die in Erscheinung treten.»

Bernadette Van-Huy


In ihrer ersten Einzelausstellung in der Schweiz, What Time Is It? präsentiert Bernadette Van-Huy ein gefundenes leeres Bett, umgeben von einer Serie von Fotografien, Zeichnungen und Drucken auf Aluminiumplatten, die ihre Zeichnungen duplizieren. Ein wiederkehrendes Motiv sowohl in den inszenierten Fotografien als auch in den schematischen Zeichnungen sind Figuren, die in Leiterspielen, Twister, in Kartenspielen oder Rätseln zu interagieren scheinen.

Die Protagonisten auf den Fotografien sind maskiert, entweder durch opake Sonnenbrillen oder mit weissem Make-Up und übertriebenen Augenbraunen als Charlie Chaplin und treten als Spieler auf. Sie halten Spielkarten, verunstalten Kunstkataloge, lösen Rätsel wie einen Rubik-Würfel vor einem Claude Monet-Poster des Metropolitan Museum oder veranstalten ein Picknick (déjeuner) auf einem Spielfeld. Diese Schauspieler scheinen die Figuren zu porträtieren, die sich an den in den Zeichnungen dargestellten Spielen beteiligen. Vergleichbar mit dem, was Van-Huy als «Maschine der Erscheinungen» bezeichnet, visualisiert die Ausstellung unterschiedliche Phasen und wechselnde Erscheinungen innerhalb von Systemen. Van-Huys Ausstellung zitiert etablierte Motive sowie kanonische Werke der Kunstgeschichte und imitiert ein Spiel, in dem die Künstlerin selbst zu einer Mitspielerin wird.


 


Van-Huy ist Mitbegründerin der Bernadette Corporation. Kürzlich zeigte sie ihre erste Einzelausstellung bei Goton, Paris, und veröffentlichte das Künstlerbuch In Person, herausgegeben von Westreich Wagner. In den letzten Jahren schrieb sie an einem Roman mit dem vorläufigen Titel All the World Time oder Nothing.


Die Ausstellung wird kuratiert von Fredi Fischli und Niels Olsen.