In the Crack of the Dawn ist die dritte Ausstellung im Rahmen des Projekts POOL mit Werken aus den Sammlungen von Maja Hoffmann und Michael Ringier. Die Ausstellung wird vom Zürcher Kurator Arthur Fink in Dialog mit seinem Mentor Ulrich Loock (Freier Kurator, Professor und Kunstkritiker) entwickelt und realisiert.


Die Ausstellung leiht sich ihren Titel von einem Comic, den Lawrence Weiner und Matt Mullican im Jahr 1991 gemeinsam verfasst haben. In the Crack of the Dawn bezeichnet den Schwellenraum zwischen Tag und Nacht bei Sonnenaufgang. Der Titel dient als Metapher für einen spezifischen Wahrnehmungszustand: In den frühen Morgenstunden beginnt das Subjekt, die Welt wahrzunehmen und versucht, die ihm erscheinenden Gegenstände in Strukturen zu überführen. Es befindet sich noch nicht im Zustand des Tag-Bewusstseins. Die Sinnesdaten sind nicht in ein stabiles Bedeutungssystem integriert und die Grenzlinien zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Objekt und Subjekt noch nicht klar gezogen. In the Crack of the Dawn steht für einen Bewusstseinszustand, in dem symbolische Systeme der Gesellschaft fiktionalisiert erscheinen und sich Möglichkeiten eröffnen, jene neu zu konfigurieren. Zugleich geht aber in diesem Zustand auch ein Raum auf, in dem sich traumatische Erfahrungen artikulieren und die rein physische Umgebung auf das Subjekt eindringt.

In the Crack of the Dawn zeigt künstlerische Positionen, an denen eine Auseinandersetzung mit den Grenzbereichen der menschlicher Subjektivität stattfindet und medial konstruierte Bild- und Sprachsysteme demontiert werden. Die Werke in der Ausstellung thematisieren visuelle Codes der Medien und deren Auswirkungen auf unsere Weltsicht. Sie transformieren die gesellschaftlichen Bildapparate, untersuchen die dahinterliegenden identitätspolitischen Programme und konfigurieren sie neu.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Werk des US-amerikanischen Künstlers Matt Mullican (Santa Monica, *1951). Er beschäftigt sich kontinuierlich mit der Frage nach der Konstitution der menschlichen Psyche und deren Fähigkeit, Realität durch die Errichtung von sozial verbindlichen Symbolen zu produzieren. Mullicans Kosmologie dient als System, mit dem Bilder und deren Einfluss auf Erfahrung, Wissen und die Identität analysierbar werden.