Felix Bernstein und Gabe Rubin

The Total Vomitorium


Ein tragikomisches Reenactment der Geschichte des Meta-Theaters vom religiösen Ritual bis zum Live-Streaming, Zoom und Twitch. Die Künstler bewegen sich zwischen verschiedenen Genres, Geschlechtern, Zeitaltern, Tropen, Epochen und Personae, wobei Felix Bernstein Onkos die griechische Maske der Tragödie, und Gabe Rubin mehrere Varianten des Eros vorführt. Sie durchspielen unbekannte und neue Formen der Aufführungsdokumentation von klassischen Diagrammen bis hin zu viktorianischen Fotojournalen sowie die parallele Domestizierung des Eros zum Amor.


Das Vomitorium wird von seinem Ursprung als Durchgang in Amphitheatern bis zur zeitgenössischen sozial reflexiven Architektur zurückverfolgt, die für Instagram Selfie-Stories gebaut wurde – ein Vergleich der Art und Weise, wie die Zuschauer einander dabei zusehen, wie sie sich gegenseitig beim «Binging» und «Purging» der Medien beobachten. Der unmögliche Wunsch nach einer 360-Grad-Perspektive wird gezeigt, um sowohl panoptische soziale Medien als auch Gegenüberwachungstaktiken zu markieren; normative und queere Blicke.


Vomitorium wird auf vier nicht miteinander verbundenen Leinwänden vorgeführt und von barocken Rahmen eingefasst – eine Gegenüberstellung von maximalistischer Konvolution und der modischen Metaphysik von Präsenz und Transparenz. Virtuell reale Versionen von Vomitorium werden zeitgleich auf der neuen Medien-App Ortvi zur Verfügung gestellt.



Rubin und Bernstein präsentierten im März 2020 eine frühere Version von Vomitorium für den Raum The Kitchen’s Queensland in Ridgewood, NY, die von Tim Griffin und Matthew Lyons kuratiert wurde.


Die Ausstellung The Total Vomitorium im schwarzescafé | Luma Westbau wurde von Fredi Fischli und Niels Olsen organisiert.


Biografie

Der Künstler Felix Bernstein und die Künstlerin Gabe Rubin leben und arbeiten in Brooklyn. Ihre gemeinsamen Werke wurden im MOCA Los Angeles, im Issue Project Room, in den Anthology Film Archives, im Drawing Center, Reena Spaulings Fine Arts, in der Pilar Corrias Gallery, im Artists Space, in der David Lewis Gallery, in The Kitchen und im Whitney Museum of American Art präsentiert. Im Whitney haben sie 2016 Bernsteins Libretto Bieber Bathos Elegiy und 2012 Mayo Thompsons Victorine (mit Art & Language) für die Whitney Biennale inszeniert und aufgeführt. Rubin trat 2017 in Jill Kroesens Collecting Injustices auf der Whitney Biennale auf. Bernsteins Werke wurden in Art in America, Artforum, Poetry Magazine, Spike Arts Magazine, Bomb, Mousse, May Revue, Bookforum und Texte Zur Kunst vorgestellt.


Ausstellungsansichten von Nelly Rodriguez.