«Go! You sure? Yeah.» war die zweite Ausstellung des Projekts POOL. Kuratiert von Nicola Ruffo und Tanja Trampe vereinte sie Werke aus den Sammlungen von Maja Hoffmann und Michael Ringier die mit den Konventionen und Kategorien der Filmkunst und der Charakteristik des Kinos in ein Spannungsfeld treten.

In den 1960er-Jahren begannen Künstler, den Kinobegriff zu erweitern. Stan VanDerBeek etwa war ein Vorreiter des Expanded Cinema: Seine begehbare, bildgewaltige Installation «Movie-Drome» – einer Kuppel von R. Buckminster Fuller ähnlich – wird anlässlich dieser Ausstellung erstmals in Europa erlebbar. Jack Goldstein übernahm in den 1970er-Jahren von Hollywood nicht nur die Motive, sondern machte sich auch dessen Techniken zu eigen, und zeitgenössische Positionen wie Douglas Gordon, Cindy Sherman oder Keren Cytter beschäftigen sich mit dem ästhetischen Erbe der klassischen Filmindustrie. Peter Doigs Plakate der Serie «Studiofilmclub» entstehen jeweils am Tag des Screenings im Filmclub des Künstlers in dessen Studio in Trinidad als Publikumsankündigung.

Insgesamt bieten die 25 vorgestellten Positionen vielgestaltige Ansätze um über die Beschaffenheit künstlerischer Werke nachzudenken, die sich primär mit dem Medium Film und dessen Repräsentation sowie dem kinematografischen Ereignis auseinandersetzen.

Präsentiert wurden die Exponate aus den Sammlungsbeständen in einem künstlerischen Dialog mit zwei spezifisch für diese Ausstellung entwickelten, raumbezogenen Interventionen der Zürcher Künstler Michael Meier und Christoph Franz sowie Eric Andersen. Ihre installativen Eingriffe sprengen mit unterschiedlichem Ansatz sowohl den Rahmen der reinen Sammlungspräsentation als auch jenen der räumlichen Gegebenheiten.

Wie eine Vielzahl der präsentierten Werke, entspringt auch der Ausstellungstitel dem Kanon der filmischen Populärkultur. Bei «Go! You sure? Yeah.» handelt es sich um den finalen Dialog zwischen Thelma und Louise im gleichnamigen Film von Ridley Scott (US 1991), bevor sie ihren Wagen auf die Felsklippe zusteuern und sich in den Freitod stürzen. Mitten im Flug endet der Film in einem Standbild – und delegiert sein Ende an das individuelle Vorstellungsvermögen des Zuschauers. Gleichfalls setzt auch die Ausstellung bewegte und unbewegte Bilder zu einander in Beziehung und aktiviert auf beide Arten das Kino im Kopf des Betrachters.

Mit Werken von Eija-Liisa Ahtila, Doug Aitken, Francis Alÿs, Fiona Banner, Robert Barry, Olaf Breuning, Bruce Conner, Keren Cytter, Peter Doig, Trisha Donnelly, Olafur Eliasson, Urs Fischer, Jack Goldstein, Douglas Gordon, Jonathan Horowitz, Allan McCollum, Sarah Morris, Takeshi Murata, Ed Ruscha, Cindy Sherman, John Stezaker, Stan VanDerBeek, Jeff Wall

Künstlerische Interventionen Eric Andersen, Michael Meier & Christoph Franz

Mentorin Dorothee Richter, Head of Postgraduate Programme in Curating, Institute for Cultural Studies in the Arts, Zurich University of the Arts (ZHdK)