Sarah Morris

Finite and Infinite Games, 2017


 


In »Finite and Infinite Games«, ein Film der Anfang 2017 fertiggestellt wurde, inszeniert Sarah Morris einen philosophischen Konflikt durch die Nebeneinanderstellung einer Lesung des deutschen Theoretikers, Autors und Filmemachers Alexander Kluge mit der leeren, noch nicht geöffneten Elbphilharmonie in Hamburg.


Morris sieht diesen Raum als „Leerstelle“. Sie verwebt die Bilder des Konzertsaals mit Kluge´s Vortrag aus dem Buch »Finite and Infinite Games« (1986) von James P. Carse, sowie einem Gespräch, welches sie mit ihm darüber führt. Dieser wegweisende Text präsentiert zwei gegensätzliche Weltsichten hinsichtlich der Strukturierung von Aktivität, Politik, Denken, Navigation, Strategie und Kreativität.


Morris lässt Kluge über seine frühen Jahre als Anwalt des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt a. Main unter Theodor W. Adorno und Max Horkheimer sprechen; danach arbeitete er für Fritz Lang und wurde schließlich zu einem der Hauptvertreter des Neuen Deutschen Films.


Carses Theorie der Spieltypen rückt in den Mittelpunkt und schließt alle soziologischen und individuellen Bewegungen ein, ob ästhetischer oder anderer Natur und hinterfragt die Rolle des Künstlers in dieser Konstellation. Im Zentrum einer von Morris und Kluge dargelegten Dichotomie stehen die Beziehungen zwischen der Freiheit unendlicher Möglichkeiten einerseits und den regelbasierten Vorgängen endlicher Spiele andererseits.


Kuratiert von Fredi Fischli und Niels Olsen.