Women’s History Museum

her bed surrounded by machines


Her bed surrounded by machines  ist die erste institutionelle Einzelausstellung des US-amerikanischen Künstlerkolletivs Women’s History Museum. Die Ausstellung findet in keinem gewöhnlichen Ausstellungsraum statt, sondern im schwarzescafé, das vom Österreichischen Künstler Heimo Zobernig als Hybrid zwischen Café, Ausstellungs- und Veranstaltungsraum entworfen wurde. Wie Zobernigs schwarzescafé reagieren auch Women’s History Museum auf die Zeichen und Regeln des Ausstellungsbetriebs. Ihr Name benennt kein Museum im klassischen Sinne, sondern die seit 2014 bestehende Kollaboration zwischen Amanda McGowan und Mattie Rivkah, welche wiederum für zahlreiche Arbeiten auf weitere Künstlerinnen und Freunde ausgeweitet wird. Dabei nützen Women’s History Museum museale Mittel der Präsentation, wie Vitrinen oder Sockel.

Ihre Werke bestehen aus Kleidern, Schmuck, Drucken und Skulpturen, die sie aus einer Vielzahl von Quellen zusammenführen. So wie sie die Normen eines Museums unterlaufen, reagieren sie auf die Verhältnisse im System der Mode. Die ausgestellten Kleider sind selbstentworfen und werden collageartig zusammengestellt. Die Präsentation der Kleider erinnert dabei sowohl an musealisierte Modekollektionen in neuproduzierten Displays als auch an ephemerere Backstage-Situationen einer Modeschau und vereint dabei scheinbar disparate Wert- und Warensysteme.

Vergleichbar mit der Verschiebung, durch die das schwarzescafé den White Cube in eine Black Box als Veranstaltungsraum verwandelt, interpretieren Women’s History Museum die etablierten Merkmale des Museums sowie des Modebetriebs neu und aktivieren diesen kollaborativ.


In der Ausstellung organisieren sie ein Programm mit Performances und Konzerten, unter anderem mit Kiki Hunt und Riichpsycho. Women’s History Museum appropriiert aus der Musik, aus dem Regelwerk des Museumsbetriebs und der Modeindustrie sowie dem Alltag, wobei sie die verwendeten Elemente neu kombinieren. Dadurch greifen sie etablierte Konventionen und Institutionen an, um schliesslich das Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft als konditionierende Ordnung herauszufordern.


Kuratiert von Fredi Fischli und Niels Olsen.


Biographie

Women’s History Museum wurde von Amanda McGowan und Mattie Rivkah in 2014 gegründet. 2018 hatten sie ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Gavin Brown’s Enterprise, New York und präsentierten Collection 005: Calico Svetlana im Performance Space New York. Einzelausstellungen: OTMA’s Body, Gavin Brown’s Enterprise, NY (2018).

Gruppenausstellungen: Autour de ma chamber, The Community, Paris (2018); Kathy Acker: Who Wants to Be Human All the Time, Performance Space New York, NY (2018); Genre-Nonconforming: The DIS Edutainment Network, de Young Museum, SF (2017); To Let Things Slide at Lovaas Projects, Müchen (2017); Prick up Your Ears by Taylor Trabulus at Karma International, LA (2017); SMK Fridays: Institute for Succes 2.0 at Staten Museum of Kunst. Kopenhagen (2017); Crumbling World Runway with Ser Serpas at Moma PS1 Sunday Sessions, NY; Tales of a Drippy Realm with Will Sheldon at Cleopatra’s, NY (2017); Baby I’m A Star at Romeo Gallery, NY (2016); World Industries: a group exhibition organisiert von Monica’s Gallery im Punk Cafe, Melbourne (2015) and Echo Implant with Donna Huanca , Joe Sheftel, New York (2015).

Performances: WHM 005: Calico Svetlana, Performance Space New York, NY (2018); WHM 004: Mew+ at Romeo Gallery, NY (2017); WHM 003: Frauveldt at Ukrainian National Home, NY (2016); WHM 002 at St. Mark’s Church in-the-Bowery, NY (2016); WHM 001 at Allen & Broome Street, NY (2015).